Heute ist der 9.05.2026 und die Situation in der Psychotherapie in Deutschland ist angespannt. Die BDP-Delegiertenkonferenz hat kürzlich einstimmig eine Resolution verabschiedet, die sich gegen die geplanten Kürzungen in der Psychotherapie richtet. Das Ziel ist klar: Die Sicherung der psychotherapeutischen Versorgung für psychisch erkrankte Menschen muss an erster Stelle stehen. Doch die Realität sieht anders aus. Seit dem 1. April 2026 gelten niedrigere Stundensätze in der gesetzlichen Krankenversicherung, die von einem Honorarkürzungsbeschluss des Bewertungsausschusses ausgehen. Diese Kürzung von 4,5 % ist nicht nur ein kleiner Dämpfer, sondern könnte den ohnehin schon bestehenden Mangel an Therapieplätzen weiter verschärfen.
Die BDP kritisiert diese Maßnahmen scharf und fordert deren Rücknahme. Lange Wartezeiten auf Therapieplätze, die durch steigende gesellschaftliche Belastungen noch verschärft werden, sind ein großes Thema. Psychotherapie erhält lediglich 0,7 % der GKV-Gesamtausgaben – und das ist am schlechtesten vergütet! Das ist schon fast absurd, wenn man bedenkt, dass die Zahl der Behandlungen in den letzten Jahren gestiegen ist, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen. Hier wird ein brennendes Bedürfnis nach Unterstützung sichtbar, das nicht ignoriert werden kann.
Kürzungen als Frontalangriff?
Ein weiteres Problem, das sich abzeichnet, ist die geplante Rückführung extrabudgetierter Leistungen in die morbiditätsbedingte Gesamtleistung (MGV). Das könnte bedeuten, dass Therapieplätze nur noch nach Budgetverfügbarkeit vergeben werden. Also, was passiert mit den Menschen, die dringend Hilfe benötigen? Der Wegfall von Zuschlägen für Kurzzeittherapien ist ebenso alarmierend und wird als Frontalangriff auf die Versorgung psychisch erkrankter Menschen bezeichnet. Es ist klar, dass solche Sparmaßnahmen die wirtschaftliche Grundlage psychotherapeutischer Praxen gefährden und das Angebot reduzieren.
Psychotherapeut*innen leisten jedoch einen enormen Beitrag zur Stärkung der mentalen Gesundheit und zur Entlastung der Sozialsysteme. Studien haben gezeigt, dass Investitionen in Psychotherapie sich um den Faktor zwei bis vier rechnen. Das ist eine klare Botschaft, die nicht ignoriert werden sollte! Die BDP fordert daher eine ganzheitliche Betrachtung der psychotherapeutischen Versorgungssituation und schlägt vor, die Versorgung sektoren- und fachbereichsübergreifend zu verzahnen. Es braucht dringend einen fairen und transparenten Dialog mit Berufsverbänden und Praktizierenden, um langfristige Lösungen zu erarbeiten.
Wartezeiten und Versorgungsengpässe
Die Realität ist, dass Hilfesuchende im Durchschnitt 142 Tage – das sind rund 20 Wochen – auf einen Therapieplatz warten müssen. Eine erschreckende Zahl! Die strukturellen Probleme, die Hilfesuchende und verfügbare Plätze nicht zusammenbringen, sind offensichtlich. In Deutschland gilt zwar die freie Arztwahl, doch das führt oft zu Mehrfachdiagnosen und -behandlungen, die nicht wirklich zielführend sind. Besonders Kinder und Jugendliche sind von diesen Versorgungsengpässen betroffen, was angesichts des gestiegenen Bedarfs, bedingt durch die Corona-Pandemie und den zunehmenden Cannabiskonsum, alarmierend ist.
Interessanterweise zeigt sich auch, dass die Zahl der behandelten Personen in Gruppentherapien stark wächst, während die Einzeltherapie moderat zunimmt. Gruppentherapien gelten als wirksame Methode, um mehrere Menschen gleichzeitig zu erreichen und ihnen zu helfen. Dennoch bleibt die Versorgung regional sehr unterschiedlich: In städtischen Gebieten gibt es tendenziell eine höhere Dichte an Psychotherapeuten, während ländliche Regionen oft unterversorgt sind. Vorschläge zur Verbesserung der Situation beinhalten eine gesonderte Bedarfsplanung für Kinder- und Jugendtherapeuten sowie eine koordinierte Vergabe von Therapieplätzen.
Es bleibt also spannend, wie sich die Dinge entwickeln werden. Klar ist: Die Politik ist gefordert, die Honorarkürzungen zurückzunehmen und eine angemessene Versorgung sicherzustellen. Wenn wir nicht jetzt handeln, könnte die psychotherapeutische Landschaft in Deutschland eine ungewisse Zukunft vor sich haben – und das ist etwas, was wir uns nicht leisten dürfen.