Die Kraft der Bewegung – das gilt nicht nur für gesunde Sportler, sondern auch für Menschen, die mit ernsthaften Erkrankungen kämpfen. Eine Studie aus Essen hat da spannende Erkenntnisse über hochintensives Intervalltraining (HIIT) ans Licht gebracht. Und eins kann ich dir sagen: das ist mehr als nur ein einfacher Workout-Trend. Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig körperliche Aktivität für das Immunsystem von Krebspatient:innen sein kann.

Die Forscher vom Westdeutschen Tumorzentrum und der Universitätsmedizin Essen haben dabei sowohl Krebspatient:innen, die unter Chemotherapie standen, als auch gesunde Kontrollpersonen in den Fokus genommen. Und was sie entdeckt haben, ist wirklich beeindruckend: Eine einzige HIIT-Einheit kann die Anzahl der natürlichen Killerzellen (NK-Zellen) im Blut signifikant steigern. Bei den Krebspatient:innen gab es einen Anstieg um durchschnittlich 50 %, während bei den Gesunden die NK-Zellen um 38 % zunahmen.

Die Mobilisierung von Immunzellen

Aber das war noch nicht alles. Die Studie zeigt auch, dass die sogenannten zirkulierenden angeborenen lymphoiden Zellen (cILCs) ebenfalls anstiegen. Bei den Krebspatient:innen um 21 % und bei den gesunden Probanden sogar um 55 %. Das lässt darauf schließen, dass Sport eine echte Waffe im Kampf gegen Krebs sein könnte. Komischerweise normalisierten sich die Zellzahlen nach einer einstündigen Erholungsphase wieder. Also, der Körper weiß, wie er sich selbst regulieren kann!

Interessanterweise korrelierte die Stärke der Immunreaktion mit der erreichten Herzfrequenz während des Trainings. Je höher die Herzfrequenz, desto stärker die Mobilisierung der Immunzellen. Das zeigt, wie wichtig die Intensität des Trainings ist – und das lässt sich, wie die Studie zeigt, individuell anpassen. Auf einem Fahrradergometer, um genau zu sein, wobei die Belastung nach dem persönlichen Anstrengungsgefühl eingestellt wurde.

Ein neuer Ansatz in der Onkologie

PD Dr. Miriam Götte, die Leiterin der Sport- und Bewegungstherapie, hebt hervor, dass die Ergebnisse darauf hinweisen, wie Sporttherapie als ergänzende Maßnahme in der Onkologie genutzt werden kann. Und das ist besonders spannend für Menschen, die oft das Gefühl haben, dass sie in ihrer Bewegung eingeschränkt sind. Hier wird deutlich, dass eine individuell angepasste Bewegung, auch medizinisch begleitet, nicht nur möglich, sondern auch sinnvoll ist.

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Und so bleibt die Frage, was die langfristigen Auswirkungen dieser Mobilisierung der Immunzellen auf den Krankheitsverlauf oder die Therapiewirkung sind. Hier ist mehr Forschung nötig, um herauszufinden, ob körperliche Aktivität tatsächlich die Überlebenschancen erhöhen kann. Doch die ersten Ergebnisse sind vielversprechend und eröffnen neue Horizonte für die Onkologie.

Ich kann mir gut vorstellen, dass die Vorstellung, durch Bewegung etwas für das eigene Immunsystem zu tun, viele motiviert, aktiv zu werden. Und vielleicht ist es gerade der Gedanke an die eigene Stärke, der einen dazu bringt, sich aufzuraffen und ins Training zu gehen – selbst wenn das bedeutet, dass man mit Schmerzen oder Müdigkeit kämpft. Die richtige Form und Intensität der Bewegung sollte jedoch immer in Absprache mit dem Behandlungsteam erfolgen. Denn Gesundheit geht vor, und das gilt auch für die Wahl der Trainingsmethoden.