Es gibt Momente im Leben, die uns ganz unerwartet aus der Bahn werfen. Sei es ein defektes Auto, eine kaputte Waschmaschine oder ein unerwarteter Jobverlust – solche Situationen können teuer werden und uns schnell in die Bredouille bringen. Doch mit ein wenig Planung kann man sich gut wappnen. Ein Notfallbedarf hängt stark von der individuellen Situation ab. Überlege mal, was für dich ein Notfall wäre. Hast du schon mal daran gedacht, dass 20 Euro in einem Notfall reichen könnten, wenn du tagsüber nicht weit von Zuhause bist? Aber nachts? Da sieht die Sache schon ganz anders aus. Da sind öffentliche Verkehrsmittel oft ein Mangelware und die 20 Euro könnten nicht einmal für ein Taxi reichen. Deshalb empfiehlt es sich, einen Notfallschein von 50 Euro bei sich zu haben – klein gefaltet und so verstaut, dass er bei den alltäglichen Bezahlvorgängen nicht ins Auge sticht. Das Geld sollte schnell verfügbar sein, falls dein Handy oder die Girokarte mal ihren Dienst verweigern. Und ganz wichtig: Wenn du das Geld einmal verwendet hast, denk daran, es zeitnah zu ersetzen.
Ein Notfall-Budget setzt sich aus zwei wesentlichen Teilen zusammen: dem Notgroschen und einem Notfallplan. Der Notgroschen ist eine Art finanzieller Puffer, um unerwartete Ausgaben abzufangen, sei es für Reparaturen oder unerwartete Lebensereignisse. Wusstest du, dass laut Bundesbank 30 % der deutschen Haushalte weniger als 1.000 Euro Rücklagen haben? Das ist schon eine erschreckende Zahl! Um sicher durch die stürmischen Gewässer des Lebens zu segeln, empfehlen Experten, 3 bis 6 Monatsausgaben auf einem Tagesgeldkonto als Notgroschen anzulegen. Nehmen wir mal an, deine monatlichen Grundausgaben liegen bei etwa 1.490 Euro – das wären dann 4.470 Euro für drei Monate und 8.940 Euro für sechs Monate. Wer möchte schon unvorbereitet dastehen, wenn das Leben mal wieder zuschlägt?
Finanzielle Rücklagen und deren Bedeutung
Die Bedeutung eines Notgroschens wird oft unterschätzt. In Zeiten steigender Energiepreise und Inflation ist es wichtiger denn je, Rücklagen zu haben. Waschmaschinen können unerwartete Kosten verursachen, die schnell einige hundert Euro betragen. Man stelle sich vor, die Waschmaschine gibt plötzlich den Geist auf und die nächste Wäsche steht an. Da hilft kein Jammern – da muss Geld her! Ökonomen warnen, dass wir durch die teureren Energiepreise einen neuen Inflationsschub erwarten müssen. Besonders Haushalte, die ohnehin schon an der finanziellen Schmerzgrenze leben, trifft das hart. Ein Kassensturz könnte hier helfen. Notiere deine Fixkosten und laufenden Ausgaben, um einen Überblick zu bekommen. Und ja, manchmal muss man auch die vermeidbaren Ausgaben mal auf die lange Bank schieben.
Experten empfehlen für den Notgroschen unterschiedliche Beträge, je nach Lebenssituation. Singles oder Mieter in einem sicheren Job sollten 2 bis 3 Monatsausgaben zurücklegen. Paare ohne Kinder, die beide gut verdienen, könnten mit etwa 3 Monatsausgaben gut über die Runden kommen. Und wie sieht es bei Familien mit Kindern aus? Hier sollten es schon 3 bis 6 Monatsausgaben sein. Selbstständige und Freiberufler müssen sogar 6 bis 12 Monatsausgaben einplanen, um auf der sicheren Seite zu sein. Der Notgroschen sollte idealerweise auf einem separaten Tagesgeldkonto angelegt werden. Dort ist er sicher und sofort verfügbar, ohne dass man in Versuchung gerät, ihn für andere Zwecke auszugeben. Aktien oder langfristige Anlagen sind eher ungeeignet, da sie Kursrisiken und eingeschränkte Verfügbarkeit mit sich bringen.
Schau dir mal die Zahlen an: Eine Schufa-Befragung zeigt, dass nur 22 % der Haushalte genügend Rücklagen haben. Unglaublich, oder? 36 % befürchten, dass ihre Rücklagen nicht ausreichen, und 16 % haben ihre Rücklagen bereits aufgebraucht. Vor allem einkommensschwache Gruppen haben oft keine finanziellen Rücklagen. Wenn du also noch nicht damit angefangen hast, deinen Notgroschen aufzubauen, ist jetzt der richtige Zeitpunkt! Setze dir kleine Sparraten – vielleicht 10, 20 oder 50 Euro im Monat – und automatisiere diese, damit du nicht ständig daran denken musst. Die finanzielle Sicherheit wird sich auf lange Sicht auszahlen.