Landfrauen machen Schule: Einblicke in die Welt der nachhaltigen Ernährung für unsere Kleinsten
Das Projekt „Landfrauen machen Schule“ des Kreisverbands des Bauernverbands Donau-Ries ist eine wunderbare Initiative, die vor allem unsere Kleinsten an die Wurzeln ihrer Ernährung heranführt. Unterstützt wird dieses Herzensprojekt vom Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Jedes Jahr nehmen Schülerinnen und Schüler einer Schule im Landkreis daran teil. In diesem Jahr waren es stolze 177 junge Leute aus den ersten vier Jahrgangsstufen, die die Möglichkeit hatten, den direkten Draht zur Natur und zur heimischen Landwirtschaft zu erleben.
Besonders interessant war der Besuch der ersten Klassen, 1a und 1b, der Sebastian-Franck-Grundschule in Donauwörth-Parkstadt. Auf dem malerischen Bauernhof der Familie Sebastian Frey durften die Kinder nicht nur die Tiere hautnah kennenlernen, sondern auch viel über die verschiedenen Bereiche der Landwirtschaft lernen. In der ersten Klasse ging es um Milch – und wer kann da schon widerstehen? In der zweiten Klasse standen Kartoffeln auf dem Lehrplan, während die Drittklässler sich mit Getreide beschäftigten und die vierte Klasse alles über Fleisch erfuhr. Es ist einfach beeindruckend zu sehen, wie die Kinder bei praktischen Zubereitungen von Rezepten für zu Hause die Zusammenhänge zwischen Landwirtschaft und Ernährung begreifen.
Einblicke in die Welt der Landwirtschaft
Die Ernährungsfachfrau Andrea Mayr begleitete die Unterrichtsteile und vermittelte den Kindern nicht nur Wissen, sondern auch praktische Fähigkeiten. Wer hätte gedacht, dass der Umgang mit Tieren und Pflanzen so viel Freude bereiten kann? Die Kinder wurden spielerisch an die Bedeutung der Landwirtschaft für unsere Nahrungsmittelversorgung herangeführt. Ein großes Dankeschön geht an die Lehrkräfte der Sebastian-Franck-Schule sowie an alle Betriebe und Familien, die diesen lehrreichen Besuch möglich gemacht haben!
Kultusministerin Anna Stolz ist die Schirmherrin dieses Projekts und unterstreicht die Wichtigkeit, Kindern eine Verbindung zur Natur und zu heimischen Lebensmitteln zu vermitteln. „Landfrauen machen Schule“ ist nicht nur ein Projekt, das Wissen über nachhaltige Ernährung fördert, sondern es sensibilisiert die Kinder auch für ein gesundes und nachhaltiges Leben. Die Unterstützung der heimischen Landwirtschaft steht hier ebenfalls im Vordergrund. Schließlich lernen die Kinder, dass kurze Transportwege und regionale Produkte nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch gesünder sind.
Ernährungsbildung in Deutschland: Ein wichtiger Schritt
Es ist kein Geheimnis, dass wir in Deutschland in Sachen Ernährungsbildung noch einiges vor uns haben. Eine Studie der Universität Paderborn aus 2019 im Auftrag des BMLEH hat aufgezeigt, dass es keine flächendeckende Ernährungsbildung gibt. Die Themen rund um Essen und Ernährung sind zwar in den Bildungsplänen der Bundesländer verankert, doch oft fehlt es an der praktischen Umsetzung. Im Sachunterricht und in Biologie werden diese Themen behandelt, aber das Praxiswissen zu Lebensmitteln und Esskultur bleibt häufig auf der Strecke.
Die Initiative „Landfrauen machen Schule“ ist daher ein Lichtblick, denn sie bietet nicht nur theoretisches Wissen, sondern auch praktische Erfahrungen. In 45 bayerischen Landkreisen arbeiten rund 50 Ernährungsfachfrauen und 64 Bauernhöfe mit Schulen zusammen. Das ist eine großartige Chance für die Kinder, die Herstellung gesunder, hochwertiger regionaler Lebensmittel kennenzulernen. Die Stärkung der regionalen Wirtschaft wird ebenfalls gefördert. In einer Welt, in der Globalisierung und Massenproduktion oft die Norm sind, ist es wichtiger denn je, den Kleinsten die Werte der Nachhaltigkeit und der regionalen Verbundenheit näherzubringen.
Wie sagt man so schön? „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.“ Es ist an der Zeit, dass wir den Grundstein für eine gesunde, nachhaltige Ernährung legen – und das beginnt in der Schule, wo Kinder die Zusammenhänge zwischen Landwirtschaft und Ernährung verstehen können. Und vielleicht, ganz vielleicht, wird der nächste Generation von Landwirten, Köchen und leidenschaftlichen Essensliebhabern ja durch solche Projekte wie „Landfrauen machen Schule“ das Licht der Welt aufgezeigt.
