Lebensmittel mit dem verlockenden „High Protein“-Label sind in unseren Supermärkten mittlerweile ein echter Renner. Man könnte fast meinen, sie seien der Schlüssel zu einem gesünderen Leben! Doch was steckt wirklich dahinter? Oft sind diese Produkte nicht nur dreimal so teuer, sondern vielleicht auch überflüssig. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Erwachsenen rund 0,8 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht. Das heißt, ein 70 Kilogramm schwerer Mensch benötigt etwa 56 Gramm Eiweiß täglich. Wenn wir älter werden, steigt der Bedarf auf etwa 1,0 Gramm pro Kilogramm. Aber viele von uns erreichen diese Mengen bereits durch eine ausgewogene Ernährung.

Und das ist der springende Punkt: Zusätzliche Eiweißprodukte sind für die meisten Erwachsenen nicht notwendig. Man muss sich nicht von Marketingtricks blenden lassen! Oft können herkömmliche proteinreiche Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Nüsse und Quark den Bedarf hervorragend decken. Für Breitensportler, die sich vielleicht am Wochenende mal auspowern, ist das sowieso kein Thema. Und was ist mit den teuren Protein-Shakes und Riegeln? Die sind in bestimmten Fällen – wie bei intensiven Trainingsphasen oder Lebensmittelunverträglichkeiten – sinnvoll, aber für den Otto-Normalverbraucher eher nicht. Zu viel Eiweiß kann sogar schädlich sein, besonders für Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion.

Die versteckten Gefahren von „High Protein“-Produkten

Ein weiteres Problem: Viele dieser „High Protein“-Produkte verstecken Kalorien, Zucker oder ungesunde Fette. Beispiel gefällig? Protein-Porridge schlägt mit 1,40 Euro für 100 Gramm zu Buche, während 100 Gramm Haferflocken gerade mal 0,20 Euro kosten. Hier lohnt sich ein Preisvergleich wirklich! Die Dife-Professorin Klaus hat es auf den Punkt gebracht und sieht diese „High Protein“-Produkte oft als geschickten Marketing-Trick. Foodwatch bestätigt, dass Proteinlebensmittel im Vergleich zu ähnlichen Produkten häufig überteuert sind. Da fragt man sich doch: Ist der Preis wirklich gerechtfertigt?

Man könnte auch darüber nachdenken, wie viel Eiweiß wir wirklich brauchen. Ein aktueller Umbrella Review von Remer et al. (2023) stellt die Langzeitfolgen einer hohen Proteinzufuhr auf die Nierenfunktion in Frage. Die Evidenz für einen Zusammenhang zwischen übermäßigem Eiweißkonsum und Nierenerkrankungen ist nicht eindeutig. Es wurde untersucht, ob eine hohe Proteinzufuhr (über 0,8 g/kg Körpergewicht/Tag) die Nieren schädigen könnte. Die Ergebnisse zeigen, dass es keinen klaren Zusammenhang zwischen einer höheren Proteinzufuhr und den meisten Nierenparametern gibt. Das ist doch eine Überraschung! Dennoch bleibt die Frage offen, ob langfristig hohe Proteinzufuhr tatsächlich Einfluss auf die Nieren hat.

In der DGE-Leitlinie wird zudem empfohlen, Proteine vorzugsweise aus pflanzlichen Lebensmitteln zu beziehen. In Deutschland ist der Fleischkonsum hoch, was zu einer überdurchschnittlichen Eiweißzufuhr führt. Aber ist das wirklich nötig? Eine ausgewogene pflanzliche Ernährung kann oft das Gleiche leisten, ohne den Geldbeutel übermäßig zu belasten. Eine gesunde Ernährung sollte also nicht nur gesund, sondern auch nachhaltig und erschwinglich sein. Und seien wir ehrlich – beim nächsten Einkauf vielleicht einfach mal die Augen für die echten Nährstoffquellen öffnen!

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren