Die geheime Rolle des Gehirns im Kampf gegen die Adipositas-Pandemie
Heute ist der 12.07.2026 und wir schauen uns mal ein Thema an, das vielen von uns ganz schön auf den Magen schlägt – Übergewicht und Adipositas. Wusstest du, dass weltweit 44 Prozent der Erwachsenen betroffen sind? In Europa sind es sogar 60 Prozent der Erwachsenen und 30 Prozent der Kinder und Jugendlichen. Das ist kein Scherz! Adipositas wird mittlerweile als globale Pandemie betrachtet, auch wenn das Wort in der Alltagssprache kaum fällt. Komisch, oder?
Das Gehirn hat da eine ziemlich große Rolle. Es beeinflusst nicht nur, was wir als appetitlich empfinden, sondern verbraucht auch 20 Prozent unserer gesamten Energie, obwohl es nur 2 Prozent unseres Körpergewichts ausmacht. Das klingt fast unfair, oder? Evolutionär gesehen sind wir darauf programmiert, Energiemangel zu vermeiden. Mit der heutigen Verfügbarkeit von hochprozessierten Lebensmitteln sind wir allerdings in die Falle getappt – sie sprechen unser Belohnungssystem viel stärker an als natürliche Nahrungsmittel. Und das hat Konsequenzen: Übergewicht, Diabetes, kardiovaskuläre Erkrankungen und sogar Depressionen sind nur einige der Begleiterscheinungen, die uns das Leben schwer machen können.
Ein Blick auf Deutschland
In Deutschland sieht die Lage nicht viel besser aus. Etwa ein Viertel der Bevölkerung ist adipös. Schaut man auf die Zahlen, sind 67 Prozent der Männer und 53 Prozent der Frauen übergewichtig. Und das ist nicht alles – 25 Prozent der Erwachsenen gelten als stark übergewichtig! Besonders besorgniserregend ist, dass 5,9 Prozent der Kinder und Jugendlichen an chronischer Fettleibigkeit leiden. Dabei werden diese Menschen oft als undiszipliniert oder willensschwach abgestempelt, was sie von der Hilfe abhält. Ein Teufelskreis!
Besonders während der Covid-19-Pandemie hat sich gezeigt, dass übergewichtige Menschen häufig schwerere Krankheitsverläufe hatten. Eine Untersuchung von über 540.000 Patienten hat klar gezeigt: Adipositas der Kategorie 3 erhöht das Risiko für schwere Infektionen und sogar den Tod um das Dreifache im Vergleich zu Normalgewichtigen. Und auch der Schlaf spielt eine Rolle – Schlafmangel verändert unseren Hormonhaushalt und lässt uns zu kalorienreichen Lebensmitteln greifen. Irgendwie komisch, dass wir in der Stresssituation der letzten Jahre nicht weniger gegessen haben, sondern eher mehr.
Gesellschaftliche Verantwortung und individuelle Ansätze
Die WHO hat sogar eine Zuckersteuer empfohlen, um dem Problem Herr zu werden. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident plant eine Bundesratsinitiative zur Einführung einer solchen Steuer im ersten Quartal 2026. Unterstützt wird das Ganze von der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin, die ebenfalls klare Zeichen setzen möchte. Aber auch individuelle Strategien sind notwendig. Achtsames Essen und eine ausgewogene Ernährung könnten helfen, den Teufelskreis zu durchbrechen. Schließlich zeigt eine Studie: Der tägliche Konsum von fettreichen und zuckerhaltigen Lebensmitteln verändert unser Belohnungssystem im Gehirn.
Wir müssen uns auch die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen anschauen. Ein niedriger sozioökonomischer Status erhöht das Risiko für Übergewicht sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern. Besonders betroffen sind Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund. Es ist Zeit, über unsere Lebensbedingungen nachzudenken. Der Mikrozensus 2021 hat ergeben, dass 61 Prozent der Männer und 38 Prozent der Frauen im Alter von 18 bis 65 Jahren übergewichtig sind, und das ist alarmierend.
Adipositas wird mittlerweile auch als Hirnerkrankung betrachtet, da das Gehirn unser Essverhalten steuert. Die Herausforderung liegt darin, dass Diäten oft scheitern, weil der Drang nach Belohnung abends ansteigt. Wir können also nicht nur den Willen in den Ring werfen, sondern müssen auch das Umfeld und die Lebensbedingungen in den Blick nehmen, um nachhaltige Veränderungen zu erreichen. Und vielleicht, ganz vielleicht, schaffen wir es dann, den eigenen Körper wieder besser zu verstehen und ihm das zu geben, was er wirklich braucht.
