Heute ist der 12.06.2026, und ich habe mir gedacht, ich schau mir mal das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) in Hamburg an. Diese Forschungseinrichtung hat eine ganz besondere Geschichte, die bis ins Jahr 1900 zurückreicht. Die Gründung war eine direkte Reaktion auf die Choleraepidemie von 1892, die Hamburg heimsuchte und Tausende von Menschen das Leben kostete. Ein düsteres Kapitel, das die Stadt nachhaltig geprägt hat.

Das Ziel der Gründung war klar: Man wollte nicht nur Schiffs- und Tropenkrankheiten erforschen, sondern auch Schiffs- und Kolonialärzte ausbilden. Bernhard Nocht, der 1893 das Amt des Hafenarztes übernahm, war eine Schlüsselfigur in dieser Entwicklung. Heute ist das BNITM ein internationales Zentrum für globale Infektionsforschung. Mit mehr als 400 Mitarbeitenden und Hochsicherheitslaboren, die biologischen Schutzstufen bis 4 entsprechen, wird hier ein riesiger Beitrag zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten geleistet.

Forschung und Lehre im Fokus

Die Forschungsabteilungen des Instituts sind vielfältig: Von der Analyse von Mikroorganismen und Viren über klinische Forschung bis hin zur Infektionsepidemiologie und Insektenkunde. Das klingt spannend, oder? Außerdem sorgt das BNITM für eine umfassende Ausbildung in tropenmedizinischer Forschung. Praktika, Bachelor- und Masterarbeiten sowie ein strukturiertes Doktorandenprogramm in Kooperation mit Universitäten – da ist für jeden etwas dabei!

Besonders beeindruckend ist die Rolle des Instituts als nationales Referenzzentrum für tropische Infektionserreger. Hier wird nicht nur geforscht, sondern auch beraten. Das BNITM unterstützt Medizin, Wissenschaft, Industrie und Politik in Fragen der Tropenmedizin und hat sogar eine enge Zusammenarbeit mit der Bundeswehr. Die klinische Ambulanz wird vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf betrieben, was zeigt, wie wichtig diese Kooperationen sind.

Cholera – Eine globale Herausforderung

<pDoch während wir auf die Errungenschaften des BNITM blicken, werfen wir auch einen Blick auf die aktuelle Situation mit Cholera. Im Jahr 2024 berichteten 60 Länder über mehr als 560.000 Cholera-Fälle und über 6.000 Todesfälle. Das sind alarmierende Zahlen, die einen Anstieg im Vergleich zu 2023 zeigen. Cholera bleibt ein ernstes Gesundheitsproblem, das vor allem in Regionen mit unzureichendem Zugang zu Wasser und sanitären Einrichtungen wütet.

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Die Global Task Force on Cholera Control (GTFCC) hat 2017 die „Global Roadmap to 2030“ ins Leben gerufen. Mit dem Ziel, die Cholera-Todesfälle bis 2030 um 90 % im Vergleich zu 2017 zu reduzieren, wird hier ein klarer Weg skizziert. Aber die Fortschritte sind unzureichend. Die Anzahl der betroffenen Länder hat sich seit 2017 fast verdoppelt, und die großen Ausbrüche haben sich sogar verdreifacht. Das sollte uns alle zum Nachdenken anregen.

Ein Blick in die Zukunft

Das BNITM ist natürlich nicht untätig. Es wurde 2023 sogar zum Collaborating Center for Behavioral Research in Global Health (BRIGHT) durch die WHO ernannt, mit dem Ziel, die globale Gesundheitsversorgung durch Verhaltensforschung zu verbessern. Die Integration von Verhaltenswissenschaften in den Gesundheitsbereich ist ein spannender Ansatz, um Lösungen für komplexe Probleme wie Cholera zu finden.

Das Institut hat auch einen Gleichstellungsplan, um den Frauenanteil in wissenschaftlichen Karrierestufen zu erhöhen. Außerdem ist es Mitglied der Charta der Vielfalt – ein Zeichen, dass Vielfalt gefördert wird. Wenn du auf der Suche nach einem Job in der tropenmedizinischen Forschung bist, ist das BNITM auf jeden Fall ein Ort, an dem es vielfältige Angebote gibt.

Insgesamt zeigt das Bernhard-Nocht-Institut, wie wichtig Forschung und Bildung in der Bekämpfung von Infektionskrankheiten sind. Die Herausforderungen sind groß, aber die Passion und das Engagement der Menschen hier machen Hoffnung auf eine gesündere Zukunft.