Heute ist der 26.05.2026 und wir blicken auf ein spannendes und wichtiges Projekt in Brasilien, das die Schulernährung revolutioniert. Das Terra Nutre-Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, den Zugang zu gesunden und traditionellen Lebensmitteln für Schüler im öffentlichen Schulsystem von Mato Grosso zu erweitern. In einer Zeit, in der etwa 7 Millionen Kinder und Jugendliche in Brasilien mit Fettleibigkeit kämpfen, ist das ein entscheidender Schritt. Die Initiative fördert nicht nur die Ernährung der Schüler, sondern unterstützt auch die lokale Produktion durch Ernährungsbildung und Einkommensgenerierung in ländlichen und traditionellen Gemeinschaften.
Ein zentrales Element von Terra Nutre ist die Stärkung des Nationalen Schulspeisungsprogramms (PNAE). Dieses Programm sorgt dafür, dass Schüler frische, regionale und traditionelle Lebensmittel erhalten. Außerdem sichert es die Ernährung der Schüler, schafft Einkommen für die Erzeuger und respektiert die natürlichen Rhythmen der Landwirtschaft. Laut dem Gesetz 15.226/25 müssen mindestens 45 % der Mittel für Schulmahlzeiten von Familienbetrieben stammen. Das ist nicht nur eine gesetzliche Vorgabe, sondern auch ein Schritt zur Stärkung der lokalen Landwirtschaft und zur Förderung nachhaltiger Produktionsmethoden.
Einblick in die Herausforderungen
Camila Rodrigues vom Instituto Centro de Vida (ICV) hebt hervor, wie wichtig es ist, regionale Lebensmittel beim Einkauf durch öffentliche Einrichtungen zu berücksichtigen. Besonders im indigenen Territorium Xingu (TIX) wird seit den 2000er Jahren Wert auf traditionelle Lebensmittel gelegt. Luísa Tui vom Instituto Socioambiental (ISA) betont die Bedeutung der Ernährungssouveränität im Xingu-Gebiet, nennt jedoch auch die Herausforderungen, die noch bestehen. Es gibt Anpassungsbedarf bei den Produktionsmethoden, die sich an den Wasserkreislauf anpassen müssen. Landnahme und bürokratische Hürden stellen zusätzliche Herausforderungen dar.
Ronaldo Adriano vom Centro de Trabalho Indigenista (CTA) betont die Notwendigkeit, Verträge und gesetzliche Bestimmungen einzuhalten. Das Terra Nutre-Projekt erstellt Organisationsanalysen, um die Umsetzung des PNAE zu verbessern. Die Familienlandwirtschaft und die Agrarsysteme indigener Völker gelten als Vorbild für naturnahe Lebensmittelproduktion, doch die Produkte dieser Erzeuger haben oft Schwierigkeiten, Absatzmärkte zu erreichen. Die Zusammenarbeit mit verschiedenen Institutionen wie ICV, ISA, CTA, ICC, CdA, Conexsus und Funadif ist hier von großer Bedeutung.
Ein Lichtblick in der Ernährungspolitik
Die Bedeutung solcher Programme kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Unter der Präsidentschaft von Lula da Silva wurde das „Null Hunger“-Programm ins Leben gerufen, das zwischen 2004 und 2013 die Zahl der Hungernden in Brasilien auf 7,2 Millionen halbierte. Das PNAE, das allen Schulkindern ein kostenloses Mittagessen zur Verfügung stellt, ist ein Teil dieses Erfolges. Es hilft, Hunger und extreme Armut zu lindern und wirkt möglichen Folgen von Mangelernährung entgegen. An Schulen wie Belém do Solimões in Tabatinga, Amazonas, profitieren 1.200 Schüler*innen von diesem Programm. Lehrer Marcênio Tenazor beschreibt die Abhängigkeit vieler Eltern von der Schulspeisung, da viele von Landwirtschaft oder Fischfang leben und sich kaum eine tägliche Mahlzeit leisten können.
Das Terra Nutre-Projekt zeigt, wie wichtig es ist, lokale Ressourcen zu nutzen und nachhaltige Lösungen zu finden. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, um eine gesunde und ausgewogene Ernährung für alle Schüler zu gewährleisten und gleichzeitig die lokale Wirtschaft zu stärken. Es bleibt zu hoffen, dass solche Initiativen auch in anderen Regionen Fuß fassen und dazu beitragen, das Bewusstsein für gesunde Ernährung zu schärfen.