Eine ausgewogene Ernährung ist für alle wichtig, aber für Krebspatient:innen hat sie eine ganz besondere Bedeutung. Die neuesten Erkenntnisse aus der S3-Leitlinie zur Ernährung in der Onkologie zeigen deutlich, dass die Ernährungsempfehlungen für Menschen mit Krebs den allgemeinen Empfehlungen der Bevölkerung ähneln. Der Schlüssel zum Erfolg einer Krebstherapie liegt oft auf dem Teller. Eine gesunde, abwechslungsreiche Kost kann nicht nur das Wohlbefinden steigern, sondern auch die Therapie unterstützen und die Prognose verbessern.
Ein häufiges Problem, das viele Krebspatient:innen betrifft, ist die Mangelernährung. Die Anzeichen sind oft nicht sofort ersichtlich – Gewichtsveränderungen und ein Abbau der Handmuskulatur sind nur einige der Symptome, die darauf hindeuten können, dass der Körper nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt wird. Deshalb ist es wichtig, dass Krebspatient:innen regelmäßig auf Mangelernährung gescreent werden, besonders wenn sie unter Verdauungsproblemen leiden oder langanhaltenden Behandlungen unterzogen werden.
Die Bedeutung der Ernährungstherapie
Vor einer Tumortherapie sollte unbedingt der Ernährungsstatus erfasst werden. Das klingt vielleicht nach einer kleinen Formalität, ist aber entscheidend für den weiteren Verlauf der Behandlung. Die S3-Leitlinie zur Ernährung in der Onkologie hat auch klare Empfehlungen zur klinischen Ernährung während Chemotherapie und Strahlentherapie – hier wird die Lebensqualität und die Behandlungsergebnisse durch angepasste Ernährung deutlich verbessert.
Trinknahrung allein ist nicht die Lösung! Sie sollte unbedingt mit einer professionellen Ernährungsberatung kombiniert werden. Gerade in palliativen Situationen ist eine offene Kommunikation über Ernährung und die Wünsche für das Lebensende wichtig. Hier sollte nicht nur auf die Menge, sondern auch auf die Qualität der Nahrungsmittel geachtet werden. Fasten und ketogene Diäten sind übrigens keine empfehlenswerten Alternativen, da sie oftmals zu Mangelernährung führen können und keinen nachgewiesenen Überlebensvorteil bieten. Das gilt auch für spezielle Diäten wie die vegane Ernährung – hier muss besonders auf die Zufuhr von Proteinen und Mikronährstoffen geachtet werden.
Mangelernährung: Ein ernstes Risiko
Die Gefahren der Mangelernährung sind nicht zu unterschätzen. Sie kann nicht nur die Lebensqualität erheblich mindern, sondern im schlimmsten Fall auch zum Tod führen. Der Gewichtsverlust ist ein häufiges Problem bei Krebserkrankungen und -therapien. Daher sind präventive Maßnahmen, um Mangelernährung vorzubeugen, von höchster Wichtigkeit. Die aktualisierte S3-Leitlinie hat unmissverständlich klargestellt, dass restriktive Diäten nicht förderlich sind. Sie sind im Kontext von Krebserkrankungen eher schädlich.
Die neue Leitlinie hat auch spezielle Kapitel zur Ernährung bei operativer Tumortherapie eingeführt, in denen neue Empfehlungen formuliert wurden. Hier wird besonders betont, dass der Ernährungszustand vor und nach größeren onkochirurgischen Eingriffen mehrfach erfasst werden sollte. Wenn Patienten nach der Operation keine feste Nahrung zu sich nehmen können, muss künstlich ernährt werden. Das klingt vielleicht nach einer Herausforderung, aber mit der richtigen Unterstützung und Empathie – sowohl von Fachpersonal als auch von Angehörigen – kann auch diese Phase bewältigt werden.
Die Deutsche Krebsgesellschaft und die daran beteiligten Fachgesellschaften haben mit der Aktualisierung der S3-Leitlinie einen wichtigen Schritt getan. Die Lebensqualität von Krebspatient:innen sollte durch eine differenzierte Ernährungstherapie verbessert werden. Und auch hier gilt: Empathische Kommunikation ist das A und O. Wenn es um das Wohlbefinden und die Gesundheit geht, sollte kein Stein auf dem anderen bleiben.